Fernando Ocariz ist neuer Prälat des Opus Dei

Papst Franziskus ernennt den 72-Jährigen Spanier zum dritten Nachfolger des Opus Dei-Gründers Josefmaria Escrivá (1902-1975)

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Opus Dei - Fernando Ocariz ist neuer Prälat des Opus Dei

Rom/Wien

(24.1.2017) Fernando Ocariz wurde

gestern von Papst Franziskus zum neuen Prälaten des Opus Dei ernannt. Der Papst bestätigte damit noch am selben Tag die Wahl des dritten Wahlkongresses. Ocariz leitete als Auxiliarvikar bereits nach dem Tod Bischofs Echevarrías interimistisch die Personalprälatur.

Ocariz wurde 1944 als Kind spanischer Eltern in Paris geboren und vereint in sich die seltene fachliche Kombination von Physik und Theologie.

In einer ersten Reaktion zeigt sich der österreichische Regionalvikar Ludwig Juza, der selbst an der Wahl teilgenommen hat, erfreut über den neuen Prälaten. „Er ist ein herzlicher Mensch, kompetent und humorvoll, ein Mann des Gebetes, mit Weitblick und einer großen Liebe zum Papst und zur Kirche. Ich spüre, dass er sehr nahe an den Sorgen der Menschen ist, besonders jener der Familien, und an den sozialen Herausforderungen unserer Zeit“, so Juza in einer ersten Stellungnahme. Ocariz komme zu Gute, dass er bereits eine langjährige Leitungserfahrung mitbringt. Juza zeigt sich überzeugt, dass der „neue Prälat als Hirte die Sendung des Opus Dei im Dienst an der Kirche und Welt ganz auf der Linie des Papstes weiterführen wird“.

Segenswünsche von Kardinal Schönborn

Unmittelbar nach Ende des Wahlprozesses am gestrigen Montag wurde Papst Franziskus verständigt, der die Wahl noch am selben Tag bestätigte und damit offiziell den neuen Prälaten ernennt.

Kardinal Christoph Schönborn übermittelte dem frisch gewählten Prälaten „alles Gute zu seiner neuen Aufgabe und Gottes Segen“. Der Erzbischof von Wien und Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz zeigt sich erfreut über dessen Wahl: „Ich kenne Fernando Ocariz persönlich aus unserer gemeinsamen Arbeit in der Glaubenskongregation und am Katechismus. Er ist ein klarer und differenzierter Denker, der sich für den Dialog einsetzt. Zugleich ist er ein Hirte, der die Einheit mit dem Papst und der Lehre fördert und sein ganzes Herz in die Pastoral legt. Ich schätze ihn für seine besonnene, freundliche und ausgeglichene Art“, sagt Kardinal Schönborn gegenüber der Opus Dei-Pressestelle Österreich.

Freude über den neuen Oberhirten

Fernando Ocariz ist der dritte Nachfolger des Gründers des Opus Dei, des 2002 heiliggesprochenen Josefmaria Escrivá (1902-1975). Er folgt auf Bischof Javier Echevarría, der im Dezember 2016 im Alter von 84 Jahren gestorben war. Nun steht erstmals ein Oberhirte an der Spitze der Prälatur, der nicht mehr direkt mit dem Gründer zusammengearbeitet hat.

94 Kandidaten aus 45 Ländern erfüllten die Bedingungen für eine möglichen Nachfolge, die Wahl sei „natürlich ganz offen gewesen“, berichtet Ludwig Juza, Regionalvikar des Opus Dei in Österreich, aus Rom. Die Freude über den neuen Oberhirten sei groß, in den Tagen vor der Wahl spürte man eine „große Einheit“ und eine „beeindruckende Vitalität und Vielfalt des Laienapostolates“, so der 60-jährige Österreicher, der selbst an der Wahl teilgenommen hat.

Ocariz: Seelsorger, Physiker und Theologe

Fernando Ocariz wurde am 27.10 1944 in Paris als Kind spanischer Eltern geboren und ist in Madrid aufgewachsen. Er vereint in sich die seltene fachliche Kombination von Physik und Theologie. Er schloss sein Physikstudium 1966 in Barcelona ab, wo er sich als Laie dem Opus Dei anschloss und begann anschließend sein Theologiestudium an der Päpstlichen Lateranuniversität. In seiner Studienzeit in Rom lebte er an der Seite des hl. Josefmaria, den er noch persönlich kannte. Seit seiner Jugend ist Ocariz ein passionierter Tennisspieler.

Ocariz promovierte 1971 an der Universität von Navarra, wo er im selben Jahr zum Priester geweiht wurde. Er lehrte an der Päpstlichen Universität Santa Croce Fundamentaltheologie und Dogmatik. Seit 1989 ist er Mitglied der Päpstlichen Theologischen Akademie. Er ist theologischer Berater (Konsultor) der Glaubenskongregation (seit 1986), der Kongregation für den Klerus (seit 2003) und seit 2011 auch des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung.

1994 wurde Ocariz zum Generalvikar und am 12. Dezember 2014 zum Auxiliarvikar der Prälatur Opus Dei ernannt. In den vergangenen 22 Jahren hatte er den Prälaten Bischof Javier Echevarría bei mehr als 70 Pastoralreisen begleitet. Nach dessen Tod am 12. Dezember 2016 war Fernando Ocáriz der interimistische Leiter der Prälatur.

Seine Publikationen befassen sich weitgehend mit theologischen und philosophischen Themen. Unter seinen Büchern sind einige auf Englisch verfügbar, darunter theologische Lehrbücher etwa über Christologie. Auf Deutsch erschien kürzlich in Buchform ein Interview mit Fernando Ocáriz zu aktuellen Themen. Unter dem Titel „Die Welt ist in der Kirche versöhnt“ (Verlag Fassbaender, Wien 2016) behandelt er Themen wie Naturwissenschaft und Glaube, Vernunft und Wahrheit, Kirche und Welt, Auftrag der Laien uvm. Gemeinsam mit der 2010 verstorbenen deutschen Theologin Jutta Burggraf verfasste er das Buch „Abba Vater – als Kinder Gottes leben“ (1999).

Pastorale Schwerpunkte: Die Rolle der Laien in der Neuevangelisierung

Die pastoralen Schwerpunkte für die kommenden Jahre legt der neue Prälat in den nächsten Tagen gemeinsam mit den Leitungsgremien der Prälatur für die Frauen und Männer fest. Für den Regionalvikar aus Österreich zeichnen sich schon jetzt einige Themen ab. Dazu zähle die „Dynamik des Aufbruchs“ unter den Christen, sich für die Neuevangelisierung einzusetzen – vor allem durch ihr frohes Zeugnis und die tätige Sorge um den Mitmenschen. Dazu brauche es lebendige Formen der Glaubensvermittlung: „Wir müssen neu in die Kunst des christlichen Gebetes einführen. Wenn Gott die Mitte ist, findet alles seinen angemessenen Platz“, betont Juza. Vielfach sei auch der Grundwasserspiegel im Wissen um religiöse Inhalte gesunken, junge Menschen bräuchten kompetente Ansprechpartner in Glaubensfragen.

Aus einer lebendigen Gottesbeziehung würden die entscheidenden Impulse wachsen, um auch an einer „Humanisierung der Arbeitswelt“ wie Papst Franziskus es formulierte, mitzuwirken und das sich tief mit der Spiritualität des Opus Dei, nämlich dem Christsein im Alltag verbindet. „Wir brauchen Christen, die Schulter an Schulter mit anderen Bürgern den Menschen ihre Würde wiedergeben und kreative Lösungen für die Probleme der Zeit anbieten“, betont Juza.

Isabela Sanchez, Vorsitzende des Rates der Frauen im Opus Dei (Zentralassessorat), der den Prälaten in seiner Leitung unterstützt, betont die zentrale Aufgabe der Frau in Kirche und Gesellschaft. „Der neue Prälat wird sich auf den Rat dieses Leitungsorgans verlassen, wenn es darum geht, Wege zu finden, um diese Botschaft zu erhellen“, so Sanchez in einem kürzlich auf der Opus Dei-Webseite veröffentlichten Interview.

Einheit der Christen: Zeitpunkt der Wahl ist „ein glücklicher Zufall“

Für Regionalvikar Juza war der Zeitpunkt der Wahl ein „glücklicher Zufall“: Sie fand nämlich mitten in der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen statt. Die Ökumene und das friedliche Zusammenleben aller Menschen, gleich welcher Religion, waren für den Gründer des Opus Dei ein großes Anliegen. So war das Opus Dei die erste Institution der katholischen Kirche, der der Heilige Stuhl bereits in den 1950ern gestattet hat, auch Nichtkatholiken und Menschen anderer Religionen offiziell zu Mitarbeitern zu ernennen, darunter Orthodoxe, Protestanten, Anglikaner sowie Juden, Muslime, Hindus oder auch Buddhisten. Das Bildungsangebot der Prälatur steht Menschen aller Religionen und Weltanschauungen offen.
Als aktuelles Beispiel der Zusammenarbeit über die Grenzen der Religionen hinweg nennt Juza das auf Initiative des Opus Dei 2016 eröffnete Pilgerzentrum Saxum im Heiligen Land. „Hier arbeiten wir mit Juden und Muslimen zusammen und in der Praxis zeigen, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist.“

Opus Dei: Botschaft der Heiligung im Alltag

Das Opus Dei wirkt am Evangelisierungsauftrag der Kirche mit: Seine konkrete Aufgabe besteht darin, unter Christen aller sozialen Schichten das Streben nach Heiligkeit inmitten der Welt zu fördern, insbesondere durch die Heiligung der beruflichen Arbeit. In diesem Sinn hat der Josefmaria Escrivá die Rolle der Laien und die Arbeit als Weg der Begegnung mit Gott schon in den 1930er Jahren unter Arbeitern, Studenten, Müttern und Vätern aller sozialen Schichten gepredigt. Papst Franziskus hat Escrivá anlässlich eines theologischen Kongresses 2013 als „Vorläufer des Zweiten Vatikanischen Konzils" bezeichnet.

Inzwischen ist das Opus Dei in 67 Ländern tätig. Es gehören ihm weltweit knapp 92.600 Mitglieder an, 98 Prozent der Mitglieder sind Laien, es gibt mehr Frauen (57%) als Männer (43%). 70 Prozent der Mitglieder sind verheiratet, 30 Prozent leben als zölibatäre Laien, zwei Prozent sind Priester. Außerdem gehören der mit dem Opus Dei untrennbar verbundenen Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz rund 1.900 Diözesanpriester an. Zu den sog. Mitarbeitern des Opus Dei zählen Menschen aller christlichen Konfessionen und auch anderer Religionen.

In Österreich hat das Opus Dei seine Tätigkeit im Jahr 1957 begonnen. Kardinal Franz König hat als Erzbischof von Wien den Priestern des Opus Dei die Seelsorge an der Wiener Peterskirche übertragen. Derzeit untersteht dem Regionalvikar für Österreich auch die pastorale Arbeit des Werkes in Ungarn und Rumänien. Das Opus Dei hat in der Region Österreich rund 400 Mitglieder, darunter 20 Priester. In Wien, Niederösterreich, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn sowie Budapest und Bukarest betreut die Prälatur Bildungseinrichtungen für Berufstätige, Jugendliche und Familien.

Weitere Quellen

Offizielle Webseite der Prälatur Opus Dei: www.opusdei.org

Fotos:

https://www.flickr.com/opus-dei/

Video-Youtube Kanal: https://www.youtube.com/OpusDeiWorld

Webseite über den heiligen Josefmaria Escrivá: http://www.de.josemariaescriva.info/

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Pressefotos: Fernando Ocariz

hononarfreier Abdruck, Fotocredit: Informationsbüro Opus Dei

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